Nun habe ich schon durchaus das eine oder andere Monat nicht gepostet ;-) Der Hauptgrund liegt hauptsächlich nicht darin, dass ich zur Zeit weniger schreibe, sonder eher mehr:
Tatsächlich habe ich im letzten halben Jahr meine Gedanken zum Thema Risikoverteilung in der Gesellschaft, sowie ökonomische Überlagerung (respektive Strukturbildung an ökonomischen Strukturen) geordnet, erweitert und auch niedergeschrieben. Hierbei bin ich schlussendlich deutlich vom zentralen Thema Risiko abgewichen, und habe mich auf die gegenseitige Abhängigkeit vom Ökonomisierung und Neoliberalismus fokusiert. Ich vertrete hier die These, dass der Neoliberalismus auf Basis der Ökonomisierung operiert, also ohne selbige nicht überlebensfähig wäre. Hinter dieser These steht somit auch die Subthese, dass der Neoliberalismus beständig am Leben gehalten werden muss, er, mit Bröckling (Ulrich Bröckling 2007: Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 54), ein Effekt ständiger Mobilisierung ist. Diese erfolgt meinem Erachten nach maßgeblich über die Etablierung eines spezifischen Menschenbildes: dem Contestant.
Dem von der Ökonomisierung betroffenen vergesellschafteten Individuum, tritt diese nämlich meist in der Form des Wettbewerbs entgegen, weshalb ich dem Menschenbild im Neoliberalismus den Namen Contestant (engl. Wettbewerber/in, Wettkämpfer/in) gebe. Der ökonomische Wettbewerb findet unter den Bewertungskriterien des freien Marktes statt, die Etablierung des Wettbewerbs als Leitideologie trägt hierbei erheblich zur Systemstabilität bei.
Um die Auswirkungen auf Menschen schlüssig zeigen zu können, bediene ich mich dabei als theoretischem Fundament der Systemtheorie nach Niklas Luhmann. Anhand derer lässt sich sehr gut aufzeigen, wie die Konstituierung und Perpetuierung des Imperatives des Contestants erfolgt, und welche Auswirkungen das auf die Gesellschaft hat. Diesbezüglich lege ich noch gesondert Augenmerk auf die Massenmedien, allen voran das Fernsehen, da ich der Meinung bin (nicht zuletzt auf Basis der Theorie geschlossen selbstreferenzieller Systeme, deren Letztelement bei sozialen Systemen die Kommunikation ist), dass in hochgradig individualisierten Gesellschaften der Kommunikation zur Gestaltung von Gesellschaft ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden muss.
Dies sind die Themen, aus denen ich in nächster Zeit hier einige Aspekte posten werde.
Dienstag, 24. August 2010
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